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FiSch –  Familie in Schule

Ein gemeinsames Projekt der Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig 
und der Schule Hesterberg Schleswig

Stand: 01.02.2013

Das FiSchprojekt (Familie in Schule) ist angeregt durch das in England im Rahmen des Malborough Hospital entwickelten „family education“- Programm. Es ist ein Modell aus dem Bereich der Multifamilientherapie.

 In England und in Dänemark gibt es schon länger vergleichbare Modelle. Besonders in Dänemark gibt es eine enge Anbindung an das Regelschulsystem.  
 

Da offensichtlich geworden ist, dass Verhaltensprobleme von Schülern nur unter Einbeziehung und mit Unterstützung des Elternhauses lösbar sind, wurde die Arbeit mit Familiengruppen auf den Schulalltag übertragen. Hierbei lernen die Eltern wieder Eltern zu sein, ihre Erziehungsverantwortung zu übernehmen und ihre elterliche Kompetenz zu stärken. In schwierigen Situationen unterstützen sich die Eltern gegenseitig.

Die Grundidee war, ein Elternteil in den schulischen Alltag einzubinden und in einem therapeutischen Rahmen deren Kompetenzen in Konfliktsituationen zu stärken. Zusätzlich sollten die Eltern für schulische Anforderungen sensibilisiert werden.

Begonnen wurde mit der Planung als kooperatives Projekt zwischen der Tagesklinik Baumhaus  und der Schule Hesterberg im Sommer 2006.

Die Kinder der Tagesklinik werden in das FiSch-Programm aufgenommen, wenn neben der psychischen Problematik auch erhebliche Schulprobleme bestehen.

Bei Aufnahme eines Kindes in die Tagesklinik knüpfen die Lehrer der Schule Hesterberg Kontakt zu den Lehrkräften der Heimatschule und bitten diese, vier Verhaltensziele zu benennen, die in unserem schulischen Rahmen umsetzbar sein sollten.

Bei einem Besuch in Dänemark haben wir ein dort praktiziertes Auswertungssystem kennengelernt und übernommen. Jedes Kind bekommt eine Rückmeldung in Form von anschaulichen Säulendiagrammen, die zeigen, inwiefern die Ziele erreicht wurden.

 Der FiSchtag beginnt mit einer kurzen Elternrunde, in der sich die Eltern unter therapeutischer Anleitung austauschen können.

 Dann besprechen die Eltern mit den Kindern die Wochenergebnisse, die anschließend von den Kindern vorgestellt werden.

Nach dieser Runde finden zwei Unterrichtsstunden statt, die von den Lehrkräften vorbereitet und begleitet werden. Die Eltern haben die Aufgabe, in diesen Stunden darauf zu achten und sich dafür einzusetzen, dass ihr Kind sich an die Zielvorgaben hält. Für Rückfragen oder Hilfestellungen stehen eine Lehrkraft und ein Therapeut (Coach) zur Verfügung. Die Aufgabe der Coaches besteht darin, problematische Situationen mit den Eltern zu besprechen und gemeinsam mit ihnen Lösungsstrategien zu entwickeln. Hierbei sind auch die anderen Eltern hilfreich, die ebenfalls in die Lösungssuche einbezogen werden.

Nach diesen Unterrichtsstunden findet eine Auswertungsrunde statt. Die Kinder schätzen zunächst selbst ein, ob sie die vorgegebenen Ziele erreicht haben. Dann stellen die Eltern ihre Eindrücke dar. Auch die anderen Eltern und Kinder beteiligen sich an der Einschätzung. Sie können Ideen liefern und berichten, wie sie es geschafft haben, ein ähnliches Problem zu meistern. Die endgültige Bewertung gibt die Lehrkraft.

Die Kinder, die an diesem Projekt teilnehmen, besuchen mindestens einmal wöchentlich die Heimatschule. Auch dort werden sie von den Lehrkräften bewertet. Die Zusammenarbeit mit den abgebenden Schulen ist dadurch sehr eng. Die Reintegration in die ursprüngliche Schulklasse wird erleichtert.

Auch nach der Entlassung aus der Tagesklinik finden bei Bedarf weitere begleitende Gespräche und eine ambulante Fortführung der Maßnahme statt.

Seit August 2010 wurde mit dem Aufbau von FiSchklassen an Regelschulen begonnen. Inzwischen gibt es allein in Schleswig–Holstein ca. 20 derartige  Klassen. Auch in anderen Bundesländern gibt es bereits FiSchklassen. Die Lehrkräfte und Coaches dieser Klassen wurden und werden in speziellen Fortbildungen fortlaufend geschult.   

Bisher waren unsere Erfahrungen mit diesem Projekt ausgesprochen gut. Auch von den beteiligten Eltern und den Lehrkräften der Heimatschule bekamen wir überwiegend positive Rückmeldungen.

 

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Stand: 21.03.14